Ratgeber

Beckenbodenstuhl: was er ist und wie er arbeitet

Ein Beckenbodenstuhl ist ein Sitzmöbel mit einer Magnetspule in der Sitzfläche. Die Spule erzeugt ein gepulstes elektromagnetisches Feld, das die tiefe Beckenbodenmuskulatur anspannt und wieder loslässt, ohne dass du selbst etwas tun musst. Eine Sitzung bei Good Vibes dauert 28 Minuten, und du bleibst dabei vollständig angezogen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Der Stuhl hat eine Magnetspule in der Sitzfläche. Sie erzeugt ein gepulstes Feld, das die tiefe Beckenbodenmuskulatur anspannt.
  • Du sitzt 28 Minuten darauf, vollständig angezogen. Du musst dabei selbst nichts anspannen.
  • Üblich sind sechs bis acht Sitzungen im Abstand von zwei bis drei Tagen, danach einzelne Auffrischungen.
  • Eine Einzelsitzung kostet in unseren Studios zwischen 34,99 und 50 Euro. Die erste Sitzung ist bei vielen Studios kostenlos.
  • Die gesetzliche Krankenkasse zahlt das nicht. Es ist ein Wellness-Angebot, keine Kassenleistung.
  • Mit Herzschrittmacher, Metall im Becken oder in der Schwangerschaft ist der Stuhl nichts für dich.

Wie funktioniert die Technik?

In der Sitzfläche steckt eine Spule. Sie baut ein gepulstes elektromagnetisches Feld auf und wieder ab, viele Male pro Sekunde. Der Fachbegriff dafür ist HIFEM, kurz für hochintensives fokussiertes elektromagnetisches Feld.

Dieses Feld erreicht die Nerven, die deine Beckenbodenmuskulatur ansteuern. Die Muskeln spannen sich daraufhin an und wieder los. Das passiert ohne dein Zutun, ähnlich wie bei einem Reflex.

Das Feld geht durch Kleidung und Gewebe hindurch. Deshalb musst du dich nicht ausziehen, und es liegen keine Elektroden auf der Haut. Das ist der Unterschied zur Elektrostimulation, die Hautkontakt braucht.

Eine Sitzung erzeugt nach Herstellerangabe rund 12.500 Anspannungen. Diese Zahl steht in den Unterlagen zum Gerät. Sie sagt etwas über die Menge der Reize aus, nicht darüber, was bei dir dabei herauskommt.

Wie läuft eine Sitzung ab?

Du kommst in deiner normalen Kleidung. Jeans, Rock, Sportsachen, alles geht. Nur Gürtelschnallen, Schlüssel und Handy legst du kurz beiseite.

Beim ersten Termin nimmt sich das Studio ein paar Minuten für ein Gespräch. Dabei wird geklärt, ob etwas gegen die Anwendung spricht. Bei Folgeterminen fällt das weg.

Dann setzt du dich auf den Stuhl. Das Studio stellt die Stärke ein und steigert sie langsam, bis du ein deutliches, aber angenehmes Ziehen im Becken spürst. Sag Bescheid, wenn es unangenehm wird, die Stärke lässt sich jederzeit zurücknehmen.

Die 28 Minuten sitzt du einfach da. Du kannst lesen, telefonieren oder aus dem Fenster schauen. Danach stehst du auf und gehst weiter. Du musst nicht duschen und brauchst keine Pause.

Manche Menschen spüren in den ersten ein bis zwei Sitzungen danach ein Ziehen wie nach dem Sport. Das legt sich in der Regel nach einem Tag.

Wie oft und wie viele Sitzungen sind üblich?

Üblich ist eine Serie aus sechs bis acht Sitzungen, verteilt auf drei bis vier Wochen. Zwischen zwei Sitzungen liegen zwei bis drei Tage, damit die Muskulatur Zeit zum Erholen hat.

Danach gehen viele alle vier bis sechs Wochen zu einer einzelnen Sitzung, um den Stand zu halten. Das ist eine Erfahrungsempfehlung aus der Praxis der Studios, keine aus einer Untersuchung abgeleitete Regel.

Wie viele Sitzungen für dich sinnvoll sind, besprichst du im Studio. Wir nennen bewusst keine feste Zahl, ab der sich etwas ändert. Solche Versprechen kann seriös niemand geben.

Was kostet eine Sitzung?

Jedes Partner-Studio setzt seine Preise selbst. Am 18.09.2026 lagen sie in unserem Netz so: Eine Einzelsitzung kostet zwischen 34,99 und 50 Euro. Eine Fünferkarte liegt zwischen 199 und 248 Euro.

Die meisten Studios bieten eine kostenlose Probesitzung an. Dabei siehst du, wie sich das anfühlt, bevor du dich für eine Serie entscheidest.

Den genauen Preis findest du auf der Seite des Studios, das du dir aussuchst. Dort steht auch, welche Karten es dort gibt.

Zahlt die Krankenkasse?

Nein. Die Anwendung bei Good Vibes ist ein Wellness-Angebot und keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Du zahlst sie selbst.

Eine private Versicherung oder eine Beihilfestelle entscheidet im Einzelfall. Wenn du das klären willst, frag dort vorher nach und lass dir die Antwort schriftlich geben.

Etwas anderes gilt, wenn eine Ärztin oder ein Arzt das Verfahren in ihrer Praxis einsetzt. Das ist dann eine Sache zwischen dir und der Praxis, nicht zwischen dir und uns.

Für wen ist der Stuhl nichts?

Ein Magnetfeld wirkt auf Metall und auf Elektronik. Deshalb gibt es klare Fälle, in denen du dich nicht auf den Stuhl setzt:

  • Herzschrittmacher, Defibrillator oder ein anderes elektronisches Implantat
  • Metall im Becken oder in der Lendenwirbelsäule, zum Beispiel Schrauben, Platten oder ein künstliches Gelenk
  • Kupferspirale oder ein anderes metallhaltiges Verhütungsmittel im Körper
  • Schwangerschaft, auch bei Verdacht darauf
  • Fieber, eine akute Entzündung im Becken oder eine frische Operationswunde
  • Eine schwere Vorerkrankung, solange die Anwendung nicht ärztlich abgeklärt ist

Worin unterscheidet sich das von eigenen Übungen?

Eigene Übungen erreichen vor allem die Schicht, die du willentlich ansteuern kannst. Die tiefer liegenden Fasern spürst du kaum, und genau deshalb ist es schwer, sie gezielt anzusprechen.

Der Stuhl nimmt dir das Ansteuern ab. Das ist bequem, hat aber einen Preis: Du lernst dabei nicht, den Beckenboden im Alltag selbst einzusetzen. Genau das braucht es aber, wenn du hustest, niest oder etwas Schweres hebst.

Deshalb ist unsere Position hier eindeutig: Der Stuhl ist eine Ergänzung zum eigenen Training, kein Ersatz dafür.

Wie du selbst übst, steht im Ratgeber zum Beckenbodentraining.

Was sagt die Forschung?

Wir sagen das hier so, wie es ist, auch wenn es sich nicht gut verkauft. Die Datenlage zur elektromagnetischen Stimulation des Beckenbodens ist dünn.

Die Leitlinie stellt das eigene Training voran

Die deutsche Fachleitlinie mit der AWMF-Registernummer 015-091 (Version 1.0, Stand Dezember 2021) ordnet die elektromagnetische Stimulation als Verfahren ein, das erwogen werden kann. Das ist die schwächste Stufe einer Empfehlung. Beckenbodentraining dagegen soll angeboten werden, über mindestens drei Monate. Das ist die stärkste Stufe. Hinzu kommt: Beide Empfehlungen sind ein Fachleute-Konsens, keine systematische Auswertung der Studienlage.

Eine unabhängige Prüfstelle bleibt vorsichtig

Das Portal medizin-transparent.at von Cochrane Österreich hat das Verfahren am 13.02.2023 geprüft. Das Urteil lautet wörtlich: möglicherweise ein bisschen. Es gebe Hinweise auf einen Nutzen, gut abgesichert sei das aber nicht. Angeleitetes Beckenbodentraining sei deutlich besser belegt.

Auch die neueren Untersuchungen sind klein

Ein Beispiel von 2026: 44 Frauen, zufällig in zwei Gruppen geteilt. Beide Gruppen trainierten acht Wochen lang angeleitet den Beckenboden, eine bekam zusätzlich sechs Wochen lang zweimal pro Woche 28 Minuten auf dem Stuhl. Beide besserten sich deutlich, die Gruppe mit Stuhl in drei Messwerten stärker. Verglichen wurde also Training gegen Training plus Stuhl, nicht Stuhl gegen Training. Eine zweite Arbeit von 2025 begleitete 27 Männer nach einer Prostataentfernung, allerdings ohne Vergleichsgruppe.

Was an diesen Zahlen fehlt

Keine der beiden Arbeiten hatte eine Scheinbehandlung. Wer weiß, dass er behandelt wird, berichtet oft allein deshalb von Besserung. Beide Gruppen waren klein, beide wurden nur wenige Wochen nachbeobachtet, und zur Arbeit von 2026 gibt es einen veröffentlichten Leserbrief, der widersprüchliche Teilnehmerzahlen bemängelt. Prozentzahlen aus so kleinen Untersuchungen lassen sich nicht auf einzelne Menschen übertragen.

Unsere Position

Der Stuhl ist eine Ergänzung zum aktiven Beckenbodentraining. Er ist kein Ersatz dafür und kein Ersatz für eine ärztliche Abklärung. Wenn dich etwas beschäftigt, sprich zuerst mit deiner Ärztin oder deinem Arzt und danach mit uns.

Quellen

  1. Fachleitlinie AWMF-Registernummer 015-091, Version 1.0, Stand Dezember 2021, herausgegeben von DGGG, OEGGG und SGGG. Empfehlungen E4-10 und E4-13. register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-091
  2. Kilicoz Bakar M und andere, International Journal of Women’s Health 2026, Band 18, Artikel 612726. 44 Frauen, zufällig zugeteilt, ohne Scheinbehandlung. doi.org/10.2147/IJWH.S612726
  3. Leserbrief mit Datenkritik zu dieser Arbeit: Joshi M, Bhullar GK, International Journal of Women’s Health 2026, Band 18, Artikel 647497. doi.org/10.2147/IJWH.S647497
  4. Tosun H und andere, Therapeutics and Clinical Risk Management 2025, Band 21, Seiten 1309 bis 1315. 27 Männer, ohne Vergleichsgruppe, Nachbeobachtung ein Monat. doi.org/10.2147/TCRM.S534674
  5. medizin-transparent.at, „Beckenboden stärken mit Magnetstimulation?“, 13.02.2023, Cochrane Österreich. medizin-transparent.at/beckenboden-magnetstimulation/

Alle Quellen abgerufen am 18.09.2026.

Häufige Fragen

Was ist ein Beckenbodenstuhl?

Ein Beckenbodenstuhl ist ein Sitzmöbel mit einer Magnetspule in der Sitzfläche. Die Spule erzeugt ein gepulstes elektromagnetisches Feld, das die tiefe Beckenbodenmuskulatur anspannt und wieder loslässt. Du sitzt dabei angezogen auf dem Stuhl und musst selbst nichts tun.

Wie lange dauert eine Sitzung auf dem Beckenbodenstuhl?

Eine Sitzung dauert 28 Minuten. Rechne beim ersten Termin ein paar Minuten für das Gespräch dazu. Umziehen musst du dich nicht, du bleibst in deiner Alltagskleidung sitzen.

Wie viele Sitzungen sind üblich?

Üblich ist eine Serie aus sechs bis acht Sitzungen im Abstand von zwei bis drei Tagen, verteilt auf drei bis vier Wochen. Danach gehen viele alle vier bis sechs Wochen zu einer einzelnen Sitzung. Wie viele für dich sinnvoll sind, besprichst du im Studio.

Was kostet eine Sitzung auf dem Beckenbodenstuhl?

Jedes Partner-Studio setzt seinen Preis selbst. Am 18.09.2026 lag eine Einzelsitzung in unserem Netz zwischen 34,99 und 50 Euro, eine Fünferkarte zwischen 199 und 248 Euro. Die meisten Studios bieten eine kostenlose Probesitzung an.

Zahlt die Krankenkasse den Beckenbodenstuhl?

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt die Anwendung bei Good Vibes nicht. Es ist ein Wellness-Angebot und keine Kassenleistung. Bei einer privaten Versicherung oder einer Beihilfestelle entscheidet der Einzelfall, frag dort vorher schriftlich nach.

Wer sollte sich nicht auf den Beckenbodenstuhl setzen?

Nicht geeignet ist der Stuhl bei Herzschrittmacher oder anderen elektronischen Implantaten, bei Metall im Becken oder in der Lendenwirbelsäule, bei einer Kupferspirale, in der Schwangerschaft, bei Fieber oder einer akuten Entzündung. Im Zweifel klärst du das vorher ärztlich ab.

Ersetzt der Beckenbodenstuhl eigene Übungen?

Nein. Auf dem Stuhl lernst du nicht, den Beckenboden im Alltag selbst einzusetzen, etwa beim Husten oder beim Heben. Der Stuhl ist eine Ergänzung zum eigenen Training, kein Ersatz dafür und auch kein Ersatz für eine ärztliche Abklärung.

Ein Studio in deiner Nähe

Good Vibes hat 21 Partner-Studios in Deutschland und Österreich. Die meisten bieten eine kostenlose Probesitzung an, damit du siehst, wie sich das anfühlt, bevor du dich entscheidest.

Rechtlicher Hinweis

Wichtiger Hinweis zu unseren Anwendungen:

Die bei Good Vibes angebotenen Anwendungen mit dem elektromagnetischen Stuhl (HIFEM-Technologie) dienen ausschliesslich der koerperlichen Aktivierung, dem allgemeinen Wohlbefinden und der Foerderung der Muskelspannung. Es handelt sich um ein Wellness- und Lifestyle-Angebot.

Unsere Anwendungen sind ausdruecklich KEINE medizinische Behandlung, KEINE Heilbehandlung und KEINE Therapie im Sinne des Heilmittelwerbegesetzes (HWG). Sie ersetzen weder einen Arztbesuch noch eine medizinische Diagnostik oder Therapie.

Wir treffen keine Aussagen ueber die Heilung, Linderung oder Verhuetung von Krankheiten. Etwaige individuelle Wirkungen koennen wir nicht garantieren und haengen von zahlreichen persoenlichen Faktoren ab.

Bei gesundheitlichen Beschwerden, bestehenden Erkrankungen, Schwangerschaft, Herzschrittmacher, metallischen Implantaten, akuten Entzuendungen oder anderen medizinischen Bedenken konsultieren Sie bitte vor jeder Anwendung Ihren Arzt oder Therapeuten.

Die Teilnahme an unseren Anwendungen erfolgt auf eigene Verantwortung. Wir uebernehmen keine Haftung fuer gesundheitliche Folgen, die auf eine unterlassene aerztliche Konsultation oder das Verschweigen von Kontraindikationen zurueckzufuehren sind.

Stand: 18. September 2026. Preise erhoben am 18.09.2026.